Päffgen, Brauhaus, Köln, Köbes
 
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Eine kurze Geschichte einer der letzten Hausbrauereien Kölns

Seit dem 9. Jahrhundert wird im Rheinland von handwerklichen Brauern Bier gebraut. So ist es uns überliefert aus dem Gesetzeswerk Kaiser Karls des Großen. Der erste Kölner Brauer, den die Historienschreibung erwähnt, hieß Henricius, Medebruwer (Methbrauer) aus der Bechergasse (1258).

Päffgen vor 125 JahrenDas Brauhaus Päffgen besteht nun seit bereits seit 125 Jahren. Gegründet wurde die Brauerei im Jahre 1883 von Hermann Päffgen im Rubenshaus in der Sternengasse. Ein Jahr später verlagerte er den Betrieb aber schon in die Friesenstraße 64, wo er das Anwesen einer Spedition erwerben konnte, das sich mit seinen großen Lagerhallen besonders gut zur Errichtung einer Brauerei eignete.

1884 begann die Brauerei Päffgen dort mit der Herstellung und dem Verkauf von obergärigem Bier. Durch die heutige Bierschwemme "Schänke", die "Aula", und den Biergarten fuhren die Pferdewagen mit Hopfen und Malz hindurch in die hinten gelegene Brauerei. Alles ging einfach und unkompliziert vonstatten. Die Brauer arbeiteten am Tag in der Brauerei und am Abend als Zappes-Köbesse im Brauhaus. Dies bedingte eine Anstellung mit Kost und Logis, die Köbesse gehörten sozusagen mit zur Familie. Von Anfang an wurde im Brauhaus eine Restauration betrieben, mit warmer einfacher Küche. "Krüstchen" mit verschiedenen Gerichten und der berühmte "Halve Hahn" zählten schon damals zu den beliebtesten Speisen. Das Hauptgeschäft aber bestand im Verkauf von Fassbier. Pittermännchen verschiedener Größen wurde von den Köbessen auf der Karre im ganzen Innenstadtgebiet ausgeliefert. Besonderer Beliebtheit erfreute sich das Fassbier zum Festtag Peter und Paul am 29.Juni, daher auch der Name Pittermännchen. Aber auch der Straßenverkauf von Bier im Kannen-Syphon gehörte zum alltäglichen Bild im Brauhaus.

1934 wurde das Brauhaus zum ersten Mal erweitert, in dem es mit dem Nachbarhaus, der so genannten "Villa", zusammengelegt wurde. Dadurch entstanden zwei weitere Räumlichkeiten, die von der Schänke erreichbar sind. Das "Kabäusjen" ist ein kleiner, zum Teil abgetrennter Raum direkt hinter dem Fassbock, der ca. 20 Plätze bietet. Das "Sälchen" ist ein eigener Raum mit ca. 40 Plätzen und nur durch ein großes Fenster mit der Aula verbunden. Dieses Fenster integriert das etwas ruhiger Sälchen wiederum in die Stimmung des gesamten Brauhauses. Zur selben Zeit wurde die Küche in den ersten Stock verlegt und der Gastraum um den hinteren Teil vergrößert.

Der 2. Weltkrieg forderte auch hier seinen Tribut. Im Krieg wurde das Haus im letzten großen Angriff auf Köln fast komplett zerstört. Brauerei und Wohnhaus wurden schwer getroffen. Im großen Gastraum stand nur noch die Säule und der Blick in den Himmel war frei. Die Räumlichkeiten des Brauhauses mussten komplett neu aufgebaut werden. Der Wiederaufbau dauerte drei Jahre. Dank Gambrinus, dem Schutzheiligen der Brauer, blieb die Brauerei selber ohne größere Schäden. Bereits am Ostermontag 1949 gab es wieder Päffgen Kölsch - und das bis heute.

Der Nabel der Welt ist Köln; und der Nabel der Gaststätte ist der Beichtstuhl, von dem man den ganzen Schankbereich überblicken kann. Die Schänke, liegt rechter Hand vom Beichtstuhl und übernimmt die Funktion der Theke, die es traditionell in einem Brauhaus nicht gibt. Dort kann man an kleinen Tischen die Köbesse beim Zapfen des Kölsches beobachten oder auch das eine oder andere Glas im Stehen trinken. Das Kölsch kommt immer direkt vom Fass im Anstich. Das bedeutet, es gibt keine Zapfanlage, die in ihren Leitungen dem Kölsch noch Kohlensäure dazugibt. Die Fässer werden direkt aus dem Kühlhaus der Brauerei nach vorne gebracht und mit Hilfe eines kleinen Flaschenzugs auf den Fassbock gestellt. Die Schänke wurde bis 1955 gleichzeitig als Anfahrtsweg für die Lieferungen der Brauerei genutzt, die bis zu diesem Zeitpunkt noch keine eigene Anfahrt hatte. Das bedeutete, daß zum Beispiel die Malz-Fuhrwerke inklusive Pferdegespann durch die Schänke fuhren. Noch heute kann man die Tische dort seitlich hochklappen und feststellen, um den damals benötigten Platz zu schaffen.

In den 50iger Jahren wurden die Räumlichkeiten dann mit der Aula erneut vergrößert. Sie ist ein großer, heller und hoher Raum, der ca. 80 Plätze bietet. Das besondere ist das im Jahr 2000 neu erichtete Glasdach, das bei gutem Wetter geöffnet werden kann und dann den Blick auf die Kronen der Kastanienbäume des Biergartens ermöglicht. Der Biergarten mit seinen ca. 100 Plätzen liegt im Innenhof zwischen dem Brauhaus und der Brauerei. Im Winter wird er durch eine komplette Überdachung zu einem beheizbaren Wintergarten. Diese mobile Überdachung war die letzte Vergrößerung.

So hat sich das Brauhaus seit seiner Gründung ständig verändert, bis es zu dem wurde, was es heute ist.